Burundi: COCOCA
Kurzporträt
Handelspartner: COCOCA (BU1)
Ort: Gitega, Burundi
Organisationsform: Kooperative
Anzahl Kleinbauern: ca. 11.000
Letzter Besuch vor Ort durch WeltPartner: 2023
Faires Produkt: Kaffee
Über COCOCA & Mboneramiryango
Circa 1.000 Mitglieder gehören zu „Mboneramiryango“ im Zentrum von Burundi. Im Durchschnitt bewirtschaften die beteiligten Familien nur etwa 1/3 Hektar mit Kaffeepflanzen. Daneben werden Gemüse und weitere Kulturen zur Eigenversorgung angebaut. Erst vor wenigen Jahren haben sich die Kleinbauernfamilien nahe der Stadt Gitega zusammengeschlossen, um gemeinsam eine eigene Nassverarbeitungsanlage für Kaffee aufzubauen. Diese technische Voraussetzung, sowie eine unabhängige Fair Trade Zertifizierung, waren wichtige Bausteine für die Erstverarbeitung ihrer Kaffeekirschen und die damit verbundene Chance auf Eigenvermarktung des Kaffees im Fairen Handel.
Agroforstprojekt aus Burundi: fair+bio Kaffee für mehr Ernährungssouveränität.
2014 konnten wir den ersten Fair Trade Kaffee Burundis importieren. Nun sind wir stolz, den nächsten Meilenstein verkünden zu können: Der erste Bio-Kaffee aus Burundi ist da! Unsere in 2016 gestartete mehrjährige Umstellung auf den ökologischen Landbau trägt nun endlich Früchte.
Gemeinsam mit der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und mit Unterstützung des Bio-Anbauverbands Naturland haben wir dieses wichtige Agroforstprojekt initiiert. Mit unserem politischen Einsatz konnten wir gemeinsam eine Projektförderung für einen Zeitraum von 3 ½ Jahren von über 300.000 Euro durch das Staatsministerium und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg erreichen.
Das Projekt setzt auf ein Zusammenspiel von Eigenversorgung als höchste Priorität, der nachhaltigen Nutzung von aufzuforstenden Flächen und der Einbindung von Bio-Anbau und der Vermarktung des Bio-Kaffees an WeltPartner als „cash crop“. Davon profitieren über 11.000 Familien mit insgesamt ca. 77.000 Personen. Neben dem Kaffeeanbau wird auch auf Bananen, Obst- und Schattenbäume sowie Gemüsekulturen gesetzt, die zur Ernährungssicherung beitragen und die Bodenfruchtbarkeit verbessern. Das sorgt für eine Erhöhung der Erträge und steigert den Grad der Selbstversorgung.
Jahrelang hatten wir zusammen mit Naturland mehrere Kooperativen im Bio-Anbau geschult. Als zusätzlichen Anreiz haben wir den teilnehmenden Kooperativen seitdem bereits einen Bio-Aufschlag für ihren Kaffee bezahlt, obwohl dieser noch in Umstellung war. Dies summierte zu einem Gesamtpreis von 2,30 US-Dollar/Libra (453,6 g) seit 2016 – im Vergleich dazu erzielten die nicht Fair Trade- oder Bio-zertifizierten burundischen Kooperativen im gleichen Zeitraum nur einen dramatisch niedrigen Weltmarktpreis zwischen 0,95 und 1,30 US-Dollar/Libra.
Und: Neben den hohen Preisen profitieren die Kleinbauernfamilien durch die Bio-Umstellung vor allem durch den Aufbau sogenannten von Agroforstsystemen, die die Ernährungssouveränität vor Ort deutlich verbessern. 18 von 39 Kleinbauerngenossenschaften, die sich im burundischen Kaffeekooperativen Verband COCOCA organisieren, werden im Aufbau von Agroforstsystemen geschult – weitere werden folgen. Von drei dieser Kooperativen - Dusubizitekikawa, Mboneramiryango und Nyarunazi – beziehen wir zukünftig unseren fair+bio Kaffee, den ersten Bio-Kaffee aus Burundi überhaupt. Der nächste tolle Erfolg dieser engen Kooperation mit unseren burundischen Freund*innen von COCOCA, nach dem ersten Fair Trade Kaffee aus Burundi.
Vorteile für die Kaffeegenossenschaften in Burundi
- Zahlung höherer, fairer Mindestpreise - unabhängig von schwankenden Weltmarktpreisen
- Zahlung von Aufschlägen für Sozialaufgaben der Genossenschaft und deren Struktur
- Zahlung von Aufschlägen für die Sicherung der hohen Kaffeequalität
- Vorfinanzierung: 50 % bei Auftragsvergabe und 50 % nach Erhalt des Rohkaffees
- Langfristige, partnerschaftliche und transparente Zusammenarbeit
- Bestmögliche Nutzung und Wertschöpfung kleinster Kaffeeflächen
Dieser Kaffee ist als erster fair gehandelter Kaffee aus Burundi eine Besonderheit. Gleichzeitig unterstützt dieser Kaffee die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und der ostafrikanischen Republik Burundi. Konsumentinnen und Konsumenten bekommen damit Zugang zum oftmals unbekannten Land Burundi – und tragen mit ihrer Kaufentscheidung dazu bei, die Lebensbedingungen der Kleinbauernfamilien zu verbessern