

Heiveld
Rooibos, Selbstbestimmung und eine besondere Landschaft
Im Süd-Bokkeveld im Westen Südafrikas wächst eine Pflanze, die es so nur hier gibt: Rooibos. Die trockene Landschaft rund um die Cederberge stellt besondere Anforderungen an den Anbau – und ist zugleich eng mit der Geschichte der Menschen verbunden, die hier seit Generationen leben und Landwirtschaft betreiben.
Während der Apartheid waren Anbau und Vermarktung von Rooibos in größerem Umfang vor allem weißen Großfarmen vorbehalten. 2001 schlossen sich 14 kleinbäuerliche Rooibos-Produzierende zur Heiveld Co-operative zusammen. Damit schufen sie eine eigene Struktur für Anbau, Verarbeitung und Vermarktung.
Heute gehören der Kooperative 64 Mitglieder an. 2006 nahm Heiveld eine eigene Teeverarbeitungsanlage in Betrieb – ein wichtiger Schritt, um mehr Verantwortung für die eigene Wertschöpfung zu übernehmen.

Rooibos wächst nur hier
Rooibos stellt besondere Ansprüche an seine Umgebung. Die Pflanze wächst ausschließlich in Südafrika und benötigt tiefgründige, leicht saure Sandböden sowie die besonderen klimatischen Bedingungen der Region.
Geerntet werden die frischen oberen Triebe in Handarbeit. Alle Mitglieder der Kooperative wirtschaften nach den vorliegenden Angaben ökologisch. Die Verarbeitung des Rooibos erfolgt in der eigenen Anlage der Kooperative.
Damit bleibt ein wichtiger Teil der Verarbeitung bei Heiveld – dort, wo der Tee angebaut und geerntet wird.
Klimakrise direkt auf dem Feld
Die Folgen der Klimakrise sind für die Mitglieder von Heiveld längst Teil des landwirtschaftlichen Alltags. In der ohnehin trockenen Region treten immer wieder extreme Dürren auf. Sie führen zu Ernteausfällen und erschweren den langfristigen Rooibos-Anbau.
Heiveld reagiert darauf mit unterschiedlichen Ansätzen. Auf den Feldern werden unter anderem Anbaustreifen mit Flächen aus einheimischen Pflanzen kombiniert, um Erosion durch Wind und Regen zu reduzieren. Auch Windbarrieren werden erprobt.
Gemeinsam mit Universitäten arbeitet die Kooperative daran, Anbaumethoden an die veränderten Bedingungen anzupassen. Das dabei gewonnene Wissen wird über Workshops und erfahrene Mentor-Farmer innerhalb der Kooperative weitergegeben.
Eine Solaranlage versorgt zudem kleinere Geräte in der Teeverarbeitungsanlage mit Strom.
Eine Kooperative schafft Handlungsspielraum
Die Gründung von Heiveld hatte von Beginn an auch eine gesellschaftliche Bedeutung. Menschen, die während der Apartheid systematisch benachteiligt wurden, organisierten ihre Produktion und Vermarktung gemeinsam.
Mit der Entwicklung der Kooperative entstanden neue Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Mitglieder übernahmen leitende Funktionen und bildeten sich unter anderem in Buchhaltung und EDV weiter. Auch Frauen begannen, eigene kleinere Flächen zu bewirtschaften und damit eigenes Einkommen zu erzielen.
Unterstützt wird Heiveld unter anderem von der südafrikanischen Environmental Monitoring Group, die die Kooperative bei Fragen rund um Qualitätssicherung und ökologische Landwirtschaft begleitet.
Gemeinsam mit WeltPartner
WeltPartner und die Heiveld Co-operative verbindet eine langjährige Handelspartnerschaft. Der Absatz über den Fairen Handel eröffnete der jungen Kooperative früh Zugang zu internationalen Märkten.
Der direkte Austausch mit WeltPartner macht sichtbar, wie eng Fragen von Fairem Handel, kleinbäuerlicher Selbstorganisation und Klimaanpassung in dieser besonderen Rooibos-Region miteinander verbunden sind.
Aus der Partnerschaft stammt unser Rooibos-Tee aus Südafrika.

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