
Smolart
Speckstein-Handwerk aus Kisii
Im kleinen Dorf Tabaka nahe der kenianischen Stadt Kisii gehört die Arbeit mit Speckstein seit Generationen zum Alltag. Der Stein wird direkt in der Region abgebaut und von Kunsthandwerker*innen zu Figuren, Schalen und vielen weiteren Gebrauchs- und Dekorationsobjekten verarbeitet.
Die Smolart Self Help Group vereint rund 250 Kleinstproduzierende, die dieses Wissen gemeinsam weiterführen. Der sogenannte Kisii-Speckstein kommt in unterschiedlichen Farben, Härtegraden und Maserungen vor – und macht jedes handgefertigte Stück einzigartig.
Mit dem Zusammenschluss als Selbsthilfegruppe schufen die Kunsthandwerker*innen eine gemeinsame Struktur für Verarbeitung, Qualitätssicherung und Vermarktung ihrer Produkte.
Vom Steinbruch bis zum fertigen Stück
Die Herstellung beginnt bereits beim Abbau des Specksteins im Steinbruch. Anschließend wird der Rohstein mit einfachen Werkzeugen von Hand bearbeitet, geschliffen, bemalt und kontrolliert.
Die Arbeit ist innerhalb der Gruppe auf verschiedene Schritte verteilt. Nach den vorliegenden Angaben übernehmen Männer überwiegend das Schnitzen, während Frauen vor allem an der Fertigstellung, Bemalung und Qualitätsprüfung beteiligt sind.
Maserung, Struktur, Härte und Farbe unterscheiden sich von Stein zu Stein. Zusammen mit der Handarbeit sorgt das dafür, dass kein Produkt exakt dem anderen gleicht.
Ein Handwerk, das sich weiterentwickelt
Die Gestaltung der Specksteinprodukte verbindet überliefertes Wissen mit neuen Einflüssen. Inspiration finden die Kunsthandwerker*innen sowohl in Geschichten, die innerhalb der Familien weitergegeben wurden, als auch in ihrem heutigen Lebensumfeld.
Traditionen verändern sich, neue Gestaltungsideen kommen hinzu. So bleibt das Handwerk lebendig und entwickelt sich mit jeder Generation weiter.
Für viele Menschen im ländlichen Raum rund um Kisii ist die Arbeit mit dem vor Ort verfügbaren Speckstein zugleich eine wichtige Möglichkeit, eigenes Einkommen zu erwirtschaften.
Gemeinsam organisieren, gemeinsam investieren
Vor dem Zusammenschluss waren viele Kleinstproduzierende bei der Vermarktung ihrer Produkte auf Zwischenhändler angewiesen. Die gemeinsame Organisation ermöglicht es Smolart, Verarbeitung, Qualitätsmanagement, Verpackung, Transport und Vermarktung stärker selbst zu koordinieren.
Einnahmen aus dem Verkauf werden nach Angaben der Gruppe auch für gemeinschaftliche Projekte genutzt. Dazu gehören eine Krankenversicherung für die Beschäftigten und Stipendien für Schüler*innen.
Darüber hinaus wurden ein Kindergarten sowie ein Gemeindezentrum mit Bibliothek und Computern eingerichtet. Auch Maßnahmen zum Schutz der örtlichen Wasserquellen gehören zu den Projekten der Gruppe.
Gemeinsam mit WeltPartner
WeltPartner und die Smolart Self Help Group verbindet eine langjährige Handelspartnerschaft. Über die Zusammenarbeit gelangen handgefertigte Specksteinprodukte aus Kisii in unser Sortiment. Die Partnerschaft schafft einen internationalen Absatzweg für ein Handwerk, das eng mit der Region und dem Wissen ihrer Menschen verbunden ist.
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