
TPI
Bio-Tee und neue Strukturen in Darjeeling
An den steilen Berghängen Darjeelings wächst Tee in einer Landschaft, die über viele Jahrzehnte von großen Plantagen geprägt war. Ende der 1990er-Jahre begann hier eine besondere Entwicklung: Kleinbauernfamilien und ehemalige Arbeiterfamilien einer verlassenen Teeplantage schlossen sich zur Kooperative Sanjukta Vikas zusammen und nahmen den Teeanbau selbst in die Hand.
An ihrer Seite steht Tea Promoters India – kurz TPI. Das Sozialunternehmen gehört zu den Pionieren des Bio-Teeanbaus in Indien und arbeitet heute mit mehreren kleinbäuerlichen Initiativen zusammen.
WeltPartner begleitet diese Entwicklung seit mehren Jahrzehnten. Als erster Importeur brachten wir den Tee von Sanjukta Vikas – damals noch in der Bio-Umstellung – nach Deutschland.
Von der Plantage zur Kleinbauernkooperative
Die Geschichte von Sanjukta Vikas beginnt auf dem Gelände des ehemaligen Mineral Springs Tea Garden. Die britische Teeplantage wurde nach der indischen Unabhängigkeit schließlich 1955 geschlossen. Die dort lebenden Familien wandten sich vom Teeanbau ab und verdienten ihren Lebensunterhalt unter anderem mit Vieh- und Milchwirtschaft.
Ein erster Zusammenschluss zur gemeinsamen Vermarktung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse verringerte die Abhängigkeit von lokalen Zwischenhändlern. In den 1990er-Jahren folgte gemeinsam mit TPI der nächste Schritt: Die alten Teeflächen wurden reaktiviert und auf ökologischen Anbau ausgerichtet.
Heute wachsen die Tees in terrassierten Gärten, umgeben von Bergwald und unterschiedlichen Kulturen. TPI verarbeitet die frisch geernteten Teeblätter der Kooperativenmitglieder getrennt und begleitet die Familien mit Schulungen zu Bio-Anbau und Teequalität.
Wissen, Verarbeitung und Vermarktung
Für kleinbäuerliche Teegärten ist der Zugang zu eigener Verarbeitung und internationalen Märkten eine zentrale Herausforderung. TPI übernimmt deshalb mehrere Aufgaben entlang der Lieferkette.
Neben der Verarbeitung der frischen Teeblätter unterstützt das Unternehmen die Produzierenden mit Beratung und Schulungen und kümmert sich um die Vermarktung der fertigen Tees.
Allein mit Sanjukta Vikas arbeitet TPI mit mehr als 400 Familien zusammen. Insgesamt sind nach den vorliegenden Angaben rund 5.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in die Strukturen von TPI eingebunden.
Gemeinsam Infrastruktur aufbauen
Mit der Entwicklung von Sanjukta Vikas entstanden in den Dörfern der Kleinbauernfamilien auch neue gemeinschaftliche Strukturen. Nach den vorliegenden Angaben wurden unter anderem eine Grundschule und eine medizinische Grundversorgung aufgebaut.
Hinzu kamen der Anschluss an das öffentliche Stromnetz sowie eigene Läden. Auch die Trinkwasserversorgung wurde verbessert.
Die Erfahrungen von Sanjukta Vikas wurden zum Vorbild für weitere kleinbäuerliche Initiativen, die TPI in der Region begleitet.
Teeanbau in der Klimakrise
Veränderte Niederschläge und Temperaturen treffen den Teeanbau unmittelbar. In den vergangenen Jahren schwanken beide Faktoren in Indien zunehmend stark. Flüsse, die traditionell Wasser für die Teegärten führten, führen im Sommer nach Angaben von TPI inzwischen nur noch unregelmäßig Wasser.
TPI und die Kooperativen arbeiten deshalb an unterschiedlichen Anpassungsmaßnahmen. Ein Schwerpunkt liegt auf Agroforstsystemen: Bäume und weitere Kulturen sollen unter anderem Bodenerosion verringern, die Bodenstruktur und Wasserrückhaltefähigkeit verbessern und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten schaffen.
Weitere Themen sind aktives Wassermanagement und der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere durch Solaranlagen.
Gemeinsam mit WeltPartner
WeltPartner und TPI verbindet seit mehren Jahrzehnten eine enge Handelspartnerschaft. Besonders eng ist sie mit der Geschichte von Sanjukta Vikas verbunden: WeltPartner war der erste Importeur, der den Tee der damals jungen Kleinbauernkooperative nach Deutschland brachte.
Bis heute kommen hochwertige Bio-Tees aus den von TPI begleiteten Strukturen in unser Sortiment. Die Partnerschaft verbindet kleinbäuerlichen Teeanbau, Verarbeitung in Indien und eine langfristige Zusammenarbeit, die sich über viele Jahre weiterentwickelt hat.
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